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Sonntag, 15. Oktober 2017

Genre-TV-Film LOCKDOWN von Bogdana Vera Lorenz

Für mehr Genre in Deutschland!

In der Reihe "Stunde des Bösen" traut sich "Das Kleine Fernsehspiel" des ZDF an düstere Genrestoffe - und bietet dabei auch dem Nachwuchs Chancen. Am Montag den 16.10. (00.20 Uhr - also eigentl. schon am Dienstag) läuft der erste Langfilm von Bogdana Vera Lorenz (Regisseurin des preisgekrönten Fussballfreizeitschläger-Kurzfilm HEIMSPIEL).



LOCKDOWN - TÖDLICHES ERWACHEN, ist ein Psychothriller-Kammerspiel mit Alice Dwyer und erinnert in seiner Grundidee an den US-Film 10 CLOVERFIELD LANE, wurde aber teils davor bzw. zeitgleich dazu erdacht (Buch: Lorenz u. Max Permantier): Eine junge Wissenschaftlerin wird von ihrem Nachbarn mit ihm in einer hermetisch abegriegelten Wohnung vor den Folgen eines Biowaffen-Terroranschlag "beschützt" ... angeblich.

Bis noch zum 13, November 2017 ist LOCKDOWN hier in der ZDF-Mediathek zu sehen.


Mittwoch, 30. Dezember 2015

achtung berlin 2016: Einrichfrist verlängert!

Das Filmfest achtung berlin - new berlin film award bietet auch 2016 dem jungen deutschen Film aus der Region Berlin und Brandenburg eine familiäres Forum. In seiner 12. Auflage findet es vom 13. bis 20. April in der Hauptstadt statt - und sucht noch Einreichungen.

Für die Auswahlsichtung des Wettbewerbs "Made in Berlin-Brandenburg" können Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme noch bis zum 7. Januar eingereicht werden. Per Post oder online über FilmFestivalLive.

Mehr Infos dazu HIER

Donnerstag, 16. April 2015

"Eichwald, MdB" - die Turbo-Politgeschäftsposse

Alle vier Folgen der Sitcom "Eichwald, MdB" hat ZDFneo am Donnerstag bereits online gestellt. Und wie "Lerchenberg" (das ebenfalls aus der Versuchslabor "Quantum" des Kleinen Fernsehspiels entstammt), mehr vielleicht noch als dieses, istz "Eichwald, MdB" sehenswert. Sprich: Gerne mehr davon, und bald.

Wie hier schon erwähnt haben sich Regisseur Stefan Fabian Möhrke und Autor Stefan Stuckmann an der mittlerweile in vier Staffeln vorliegenden britischen Serie "The Thick of it" orientiert. Das merkt man deutlich - was keine Schande ist, sondern, im Gegenteil, eine Adelung, weil "Eichwald, MdB" fast ebenso vorzüglich funktioniert. Ebenfalls halbstündig, allerdings weniger wie Armando Iannuccis (dann doch noch etwas trockenerer, bissigerer und komplexerer) Posse auf den Politalltag im Doku-Stil gehalten, geht es auch hier um die kleinen Dauer-Ausnahmezustände auf den mittleren Fluren des Machtgewerbes. Kein Shakespear'sches hohes Regieren, sondern Parteigetaktieren und Profilationsspielchen. Der Witz entsteht durch Druck und Gefahr der öffentlichen Meinung, vergeigte PR-Arbeit und Medienbedrohung. "Eichwald, MdB" erzählt entsprechend vom Taktierens, dem Reagieren - es ist eine Komödie des Krisenmanagements eigener Entscheidungen, das Ausbügeln oder Ausbaden der cleveren (oder nicht ganz so cleveren) Schach- und Winkelzügen, der fadenscheinigen Pseudoevents und Intrigenaktionen, die schnell dem Parlamentarier und seinem um die Ohren fliegen. Politik ist hier Impro-Show-Geschäft, in dem alle fadenscheinig Form zu bewahren suchen, sich jedoch selbst nur der Nächste ist.

Ähnlich wie in "The Thick of it" ist auch das Team gebaut: der ältere, bräsige Berater (Bernd, gespielt von Rainer Reiners), der junge Medienbeauftragte (Sebastian - Leon Ullrich) und als Stimme der Vernunft die Dame im Team Julia (Lucie Heinze). Zwar sind die Rollen einen Tick zu dödelig oder stereotyp angelegt (etwa Power-Lifestyle-Etüden Sebastians), aber das schaded nicht. Denn "Eichwald, MdB" lebt besonders von rasanten Handeln und Geschehen, vor allen den flotten Dialogen, die über kreuz gehen, Gedanken nur anreißen, auf Vergangenes anspielen, en passant höcht politisch unkorrektem Frotzeleien aufwarten (oder den abgeklärten Zynismus demonstrieren), die
tatsächlich mit den hingeworfenen Namen, Gedankensplittern, Polit-Slang und -Phrasen, Metaphern und Affekt-Vulgaritäten fordern, gar überfordern, wegen des Tempos bisweilen, vor allem jedoch weil die Sprachspielebenen so unvermittelt durcheinandergehen. Entsprechend geraten diese Dialoge in ihrer Dichte, Hektik und Mehrlagigkeit des Kommunikationsstils und -gewühls selbst und gerade wenn man den Faden verliert mit ihrem durchexerzierten Termpo und Aktionismus des Moments zu einem ganz eigenen Stimmungsrauschen, das man jenseits von Inhalt und Handlungsführung amüsant genießt wie weiland die menschlichen Worte, Sätze bei Jacques Tati, die bei ihm vor allem atmosphärische Funktion hatten. 

"The Thick of It" - P. Capaldi (v., m.) - (c) BBC
Freilich fehlt "Eichwald, Mdb" ein Peter Capaldi als erfindungsreich obszön fluchende Kommunikationschef, der die kleine Unglückrunde heimsucht wie ein fürchterlicher Racheengel. Und zugleich fehlt er wieder nicht, denn neben der Fraktionschefin (Maren Kroymann) schafft es Eichwald-Darsteller Bernhard Schütz selbst, diesen Part im Ansatz gleich mit zu übernehmen.

Sein Abgeordneter ist ein fauler Opportunist, jemand, der die um seine Aufmerksamkeit buhlenden Berater in gespieltem Zuhören ignoriert, dann wieder um ihre Bestätigung heischt, der sein eigenes geistiges Süppchen kocht, der seine Gefährten in Gesprächen taktisch ans Messer liefert, der sie maßregelt, seine Zuneigung willkürlich verteilt und sofort wieder cholerisch Lösungen fordert, der sie jovial umgarnt oder ganz selbstverständlich ausnutzt oder sich von fadenscheinigen Ideen mitreißen lässt. Schütz' Hajo Eichwald ist ein sympathisch zerknautscher, geschickter Widerling, einer runden Figur allein, weil sie zwischen Lavieren, Karriereismus, hämischer Bosheit (etwa gegenüber dem feindlichen Parteifreund), vergifteter Höflichkeit, dumpfen Sexismus, Lüsternheit und Zynismus im Umgang mit sich selbst wie mit anderen sämtliche Formen der verhaltensmäßigen déformation professionnelle so verinnerlicht und automatisiert hat, dass sie ihm blind zur Natur geworden sind. Und gerade diese linkische Rücksichts- und Reflexionslosigkeit macht ihn für den Zuschauer so einnehmend, zudem hinreichend glaubwürdig: Bei allen Schwächen, Fehlern, kleinen und großen Missgriffen bleibt spürbar, dass und wie dieser Eichwald sich so lange hat im Amt halten können.  

© ZDF/Daniela Incoronato
Eben das unterscheidet die Serie auch von "Stromberg" (mit dem u.a. Carolin Ströbele  "Eichwald, MdB" in ihrer ZEIT-Online-Rezension vergleicht): Während Bernd Stromberg sich als selbstsicherer Macher aufspielt, um sich in und aus den Peinlichkeiten zu winden, dabei mit dem Blick in die ihn begleitende Mockumentary-Kamera sein Unwohlsein, mithin kleinherzige Selbst-Aufmerksamkeit demonstriert, ist Eichwald als Dauer-Hinterbänkler im Politgeschäft dann doch ein altgedienter, souveräner Profi. Desillusioniert und stets am Rande des Abgrunds, aber routiniert. Eichwald ist dahingehend ein ganz anderer Komik-Typ, eher einer wie James Cagneys McNamara in Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei" von 1961, undynamischer, weit fauler, egozentrischer und bitter-sarkastischer, aber eben auch einer, der zur vollen Größe aufläuft, wenn es im Augenblick der Krise weniger zu denken als zu kommandieren gilt. 

Nein, mit "Stromberg" hat "Eichwald, MdB" trotz vieler Gemeinsamkeiten eben so wenig zu tun wie mit "House of Cards" und dessen Frank Underwood, weil die ZDF-Serie in ihrem Humor nicht nur ausnahmsweise nicht versöhnlich-brav daherkommt oder mit Witzfiguren und schlimmen Augenzwinkern, sondern auch nicht aufs (Fremd-)Schämen setzt. Während all diese für das deutsche Fernsehen typischen Merkmale auf ein Aus- und dabei Stillstellen hinauslaufen, ist "Eichwald, MdB", nämlich ganz politisch, ganz zeitgemäß, eine Satire der Bewegung, der ständigen Situationsveränderung, Beschleunigung, Eskalation und des Handelns und Handelnmüssens darin. Klar braucht es dafür die passenden Charaktere, die absurden, gar grotesken (immer aber geerdeten) Situationen, Wendungen, Peinlichkeiten. Solche, die oft genug an reale Vorbilder anschließen oder echte Namen anspielen (etwa: Wulff, Wagenknecht). Doch Witz und Gewitztheit entstehen eben in und aus der Dynamik "dazwischen".

Das macht "Eichwald, MdB" zur echten Polit(geschäfts)satire, eine, für die das Abgeordnetenbüro nicht bloße Kulisse oder beliebiger "workplace" ist (wie "Stromberg" oder "The Office" wahlweise in einer Versicherung oder einer Papierfirma spielt). Vor allem aber macht es die Serie zu einem Glücksfall, nicht bloß für das "Zweite". Oder, wie es Christian Buß auf Spiegel-Online schreibt:

"'Eichwald, MdB' ist ein kleiner Schritt in Sachen Polit-Satire, aber ein großer für das Humorverständnis und den Realitätssinn des ZDF."

Wobei "Realitätssinn" hier im besten Sinne mehreres bedeuten kann.

Alle vier Folgen von "Eichwald, MdB" finden Sie online HIER auf der Serien-Website.

zyw 

Montag, 13. April 2015

ZDF-"Breaking Bad" wird keins

Doch kein "Breaking Bad" soll der ZDF-Mehrteiler "Morgen hör' ich auf" mit Bastian Pastewka sein, wie Programmdirektor Dr. Himmler behauptet hatte. Im Horizont-Gespräch gab die zuständige Redakteurin Elke Müller nun bekannt, man habe sich für die Geschichte eines arbeitslosen Druckers, der auf kriminelle Abwege gerät, nicht an der US-Erfolgsserie orientiert. Überhaupt hätte es die Grundidee des unbescholtenen Bürgers, der sich aus eine Notlage heraus immer tiefer verstrickt, ja schon vor "Breaking Bad" gegeben - und mehr hätte "Morgen hör' ich auf" mit "BB" auch nicht gemein. Außer vielleicht: der Vierteiler (60 Min. pro Folge) soll "konsequent horizontal" erzählt werden. Was, in dieser Form als "Besonderheit" herausgestellt, zugleich putzig und traurig wirkt. Ob die  Daredevils vom Lerchenberg da mal nicht ihr Stammpublikum restlos überfordern?

zyw

Sonntag, 12. April 2015

TV-Serie: "Eichwald, MdB" auf ZDFneo

B. Schütz (m.) - Copyright: ZDF/ Daniela Incoronato
Am 16. Februar (22.45 Uhr) startet auf ZDFneo die Polit-Satire "Eichwald, MdB". In vier Folgen geht es um einen alternden Bundestagsabgeordneten und seine täglichen Querelen in den Mühlen der Berliner Parlamentspolitik. Ab 29. April ist die Mini-Serie, die sich etwa in die Innovationsversuchsecke von "Lerchenberg" (dessen zweite Staffel gerade in Arbeit ist) einordnen, auch im Hauptprogramm zu sehen.

In DRadio "Vollbild" haben sich Drehbuchautor Stefan Stuckmann und Regisseur Stefan Fabian Möhrke vorab zum Projekt geäußert (nachzulesen und nachzuhören HIER). Vielversprechend dabei u.a. ihre (zumindeste behauptete) Orientierung an britischen und US-amerikanischen Vorbildern wie "House of Cards", vor allem aber der Serie "The Thick of it". Entsprechend ist auch von einem hohen Erzähltempo und sonstigen Anforderungen an das Publikum die Rede. 

Generell klingt auch die Hauptrollen-Besetzung mit Bernhard Schütz spannend, ist dieser doch kein Komödien-Kasper, sondern präsentiert in Rollen oftmals eine Doppelbödigkeit, die gerade in jovialen Momenten seiner Figuren immer eine furchteinflößende Aggressivität durchblitzen lässt. Dies etwa in seinem Auftritt in Marc Bauders DAS SYSTEM - ALLES VERSTEHEN HEISST ALLES VERZEIHEN von 2012, in dem Schütz eindringlich einen Nach-Wende-Geschäftsmann mit allzu guten Stasi-Kontakt (bzw. einer entsprechenden Vergangenheit) verkörperte (was eine Dt. Filmpreis-Nominierung einbrachte).

Mehr dazu "Eichwald, Mdb" HIER auf der offiziellen Serien-Website.

zyw

Mittwoch, 25. Februar 2015

Deutsches FernsehKrimi-Festival 2015 in Wiesbaden

Vom 3. bis zum 8. März 2015 findet v.a. in der Wiesbadener Caligari FilmBühne erneut das Deutsche FernsehKrimi-Festival statt.

Im Wettbewerb laufen folgende Filme:

3. März 2015, 20.00 Uhr, Eröffnungsfilm: "Bella Block – Die schönste Nacht des Lebens" als Premiere, ZDF, Regie: Andreas Senn, Buch: Susanne Schneider

4. März 2015, 10.00 Uhr: "Tatort – Hydra", WDR, Regie: Nicole Weegmann, Buch: Jürgen Werner
4. März 2015, 14.30 Uhr: "Polizeiruf 110 – Morgengrauen", BR, Regie und Buch: Alexander Adolph 4. März 2015, 17.00 Uhr: "München Mord – Die Hölle bin ich", ZDF/ORF, Regie: Michael Gutmann, Buch: Alexander Adolph, Eva Wehrum
4. März 2015, 19.30 Uhr: "Tatort – Im Schmerz geboren", HR, Regie: Florian Schwarz, Buch: Michael Proehl
4. März 2015, 21.45 Uhr: "Wir waren Könige", ZDF/ARTE, Regie und Buch: Philipp Leinemann

5. März 2015, 10.00 Uhr: "Tatort – Brüder", RB/WDR, Regie: Florian Baxmeyer, Buch: Wilfried Huismann, Dagmar Gabler
5. März 2015, 14.30 Uhr: "Polizeiruf 110 – Familiensache", NDR, Buch und Regie: Eoin Moore
5. März 2015, 17.00 Uhr: "Tatort – Vielleicht", RBB, Buch und Regie: Klaus Krämer
5. März 2015, 19.00 Uhr: "Dengler – Die letzte Flucht" als Premiere, ZDF, Buch und Regie: Lars Kraume

Im Rahmenprogramm diskutiert man am
4. März um 19.00 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine zum Thema "Männersache Fernsehkrimi - oder braucht die Regie eine Quote?"

sowie am


6.  März um 16.00 Uhr im Murnau Filmtheater im Deutschen Filmhaus ZDF-Redakteur Wolfgang Fendt, Berater und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerd Hallenberger und Produzent Peter Nadermann (u.a. "Kommissar Beck", "Kommissarin Lund") unter dem Titel "International auf hohem Niveau - Die Zukunft der deutschen Krimiserie?" (wobei ich persönlich das Fragezeichen hier anders gesetzt hätte) darüber, warum "die Deutschen keine Serien machen wie 'Breaking Bad'". U.a. am Fall von DAS TEAM soll, nicht ganz subtil in der Ankündigung formuliert, geklärt werden: "Sieht so die Zukunft des deutschen Fernsehkrimis aus: Qualität, die auch auf dem internationalen Markt besteht?"

Das Gesamtprogramm finden Sie HIER.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Resümee der ersten "Woche der Kritik"

Die erste "Woche der Kritik" des VDFK, die parallel zu Berlinale stattfand, ist vorbei. Zu der gab es, von vornherein, Unmut. Die Betreiber selbst aber liefern ein nachdenkliches, nachdenkenswertes Fazit, das, jenseits einfallsloser Pressemeldungen zum unweigerlichen "Erfolg", wert ist, hier in Gänze wiedergegeben zu werden.

Besonders sei hier - wie am Ende der Meldung - auf den YouTube-Kanal der "Woche der Kritik" hingewiesen, in dem die langen spannenden Diskussionen nach den Filmvorstellungen als Aufzeichnungen nachzuholen oder sich noch mal zu Gemüte zu führen sind.

(zyw)
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Resümee der ersten Woche der Kritik – Zitate und Debatten

„Die Kritik muss ein Instrument sein für diejenigen, die kämpfen, Widerstand leisten und das, was ist, nicht mehr wollen. (...) Sie ist keine Etappe in einer Programmierung. Sie ist eine Herausforderung für das, was ist.“
Michel Foucault

Die Woche der Kritik ist auch nach sieben Tagen nicht abgeschlossen. Als eine Form der aktivistischen Filmkritik und cinephilen Debattenkultur kann sie nicht zu Ende gehen. Mit umfassenden Diskussionen, die im Kino Hackesche Höfe eine Woche lang lebhaft zwischen internationalen Filmkritikern, Regisseuren, Produzenten, Filmwissenschaftlern und Akteuren der Film- und Festivalwelt mit und vor großem Publikum geführt wurden, hat die erste Woche der Kritik einen Denk- und Aktionsraum geöffnet, der über die Veranstaltung hinaus wirken wird. 

Frédéric Jaeger, Leiter Woche der Kritik:

In der zweiten Hälfte der Woche gerieten unsere Debatten immer mehr aus den Fugen, wurden länger, widersprüchlicher und grundlegender. Da ist mir dann klar geworden, dass ein Anfang getan ist. Bezeichnenderweise war es der mit ‘Provokation’ überschriebene Abend, bei dem der Widerstand im Publikum und auf dem Podium erst so richtig spürbar wurde. Eine kleine Bestätigung für unser fragiles Experiment.
Am letzten Abend, der sich politischem Kino und der Möglichkeit nach Kontroversen widmete, gab es einen für mich sehr schönen Moment der Irritation.
Während des experimentellen Kurzfilms Man müsste Räuber sein oder zumindest Sprengmeister von Jan Bachmann, den wir vor Christoph Hochhäuslers Paranoia-Thriller Die Lügen der Sieger programmiert hatten, gab es im Saal eine hörbare Anspannung. Wir hatten mit Verspätung begonnen, weil die Vorstellung ausverkauft war und wir die Warteliste noch mit Karten versorgen wollten. Nach zehn Minuten wurde ein Lachen immer lauter und hörte nicht mehr auf. Ein Zuschauer bat die Person um Ruhe, mit dem Hinweis, wir seien im Kino. Da entgegnete diese, das sei doch gar kein Film. Mir scheint, wenn diese Wesensfrage mit solcher Inbrunst im Kinosaal gestellt wird, haben wir nicht alles falsch gemacht.”
Dennis Vetter, Programmteam Woche der Kritik:
“Auswählen, Präsentieren, Diskutieren sind Formen praktizierter Kritik. Man arrangiert bebilderte Ideen, man schließt ein und aus, man schärft ein Profil, um Filmkultur zu unterstützen und zu verhandeln. Man verschafft deutlichen Stimmen Gehör, weil sie wichtige Fragen aufwerfen. Wir haben uns gegen rund 100 Filme entschieden, zugunsten von 11 Programmbeiträgen.
Wenn jedoch Kritik selbst, das Hinterfragen von Systemen, zum Programm werden soll, was geschieht dann mit der Form? Sie müsste zerbrechen.
Für mich startete die Woche der Kritik mit dem Scheitern an der Form. Die Woche der Kritik hat versucht, dezent und verspielt, manchmal unbeholfen und ein bisschen schüchtern, die Festivalsituation zu irritieren. Im Prozess zeigte sich dann unmittelbar: Letztlich geht es in allen kulturkritischen Initiativen darum, zum Punkt zu kommen. Dass das vor dem Hintergrund unserer Kinokultur keineswegs leicht ist, zeigt die Tatsache, dass alle unsere Debatten eine Stunde überschritten, manchmal ihr Ziel erst ausloten mussten, oder es verloren.
Wir akzeptieren im Kinoraum keine Hierarchien. Wer bei uns mitredet, findet Gehör. Aber wohin führt der nächste Schritt?” 
Dunja Bialas, Programmteam Woche der Kritik:
“Wie sehr die Debatten infizieren, ja süchtig machen konnten, erlebte ich als schmerzliches Vermissen, wenn ich mich in den Raum begab, wo sie nicht stattfanden: auf dem Forum der Berlinale. Wie hier im Publikumsgespräch Filme in routinierter Manier abgefertigt und Regisseure wie Zirkuspferde vorgeführt wurden, zeigte, dass diese Art des Redens über Film keines mehr ist. Lieber dann über den Film schweigen. Infizierendes Denken: Fachbesucher der Woche der Kritik sprachen davon, unsere Debattenform weiterzutragen, auf anderen Festivals zu etablieren. Das tiefgehende Nachdenken über das, was man tut, sieht, sagt, auswählt, bevorzugt und zurückweist, entwickelte einen mitreißenden Sog.”
Die Woche der Kritik wird veranstaltet vom Verband der deutschen Filmkritik e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. 
Wir wollen an das Ende der Programmtage ein paar Zitate aus unseren Debatten stellen, ungeschliffen und aus dem Kontext gerissen.

Frédéric Jaeger - “Ulrich Gregor, I heard that you were offered, at least once, to become the head of the Berlin International Film Festival by the Berlin senate. And you refused.”
Ulrich Gregor - “Yeah, sure. There was such a possibility. But I said no, because I don't want to enter into an area which is not my area and where I have to make compromises, submit to pressures maybe and negotiate with people whom I don't like or have no connection with, where I have no feeling for their work or their output. It is a completely strange area for me.”

Hans Hurch:
"I'm not interested in film culture at all. (pause) I'm interested in the revolution. (laughter) It sounds very old fashioned. I'm not interested in film culture – I'm interested in changing the world. I know that I'm not strong enough, that I'm a petit bourgeois, that I can't do it by programming films but at least I got a little idea in the back of my head.”

Daniel Hoesl:
“A movie can be a gun. And we try to shoot them, you know. The movies and the bankers. And that's it.”

Rüdiger Suchsland:
“If people talk too much about politics, they want to avoid to talk about aesthetics.”

Jan Bachmann:
“When you ask why in film schools they don't experiment with forms, there is a very easy answer. Because if you experiment with forms, as we do it in the moment, it means that you're doing films as a hobby and not as a job. It's very simple, it's very clear. You know it when you start a project like this, it's not gonna have any perspective on the market. […] You take the risk by yourself, this is the point.”

Daniel Hoesl:
“If you have something to say, you have to do it. Don't complain about the system, change the system by doing something that makes the system rethink.”

Alfred Behrens:
"This country has been invaded, totally, by market-fundamentalism. [...] I encourage the students to resist the urge to write something that brings money.”

Katrin Eissing kommentiert für das Revolver Blog:
"Auch viele Filme gucken, darüber schreiben und endlos Quatschen hilft nicht. Weinen nützt manchmal, oft auch nicht. Dichten nützt. Der Versuch schon. Wenn nicht dir, dann uns Anderen (wie du siehst). Geschichten und blöde Gedichte schreiben, sie teilen, ist nicht 'wichtig' sondern so etwas wie essen und trinken." 

Das komplette Programm finden Sie in detaillierter Ausführung auf unserer Webseite www.wochederkritik.de. Die Debatten zu den einzelnen Abenden befinden sich zusätzlich auf unserem Youtube-Kanal.

Deniz Sertkol
Pressebetreuung
presse@wochederkritik.de
Tel. +49 (0)30 440 414 43
Woche der Kritik

Sonntag, 8. Februar 2015

ZDF-"Broadchurch"-Version TOD EINES MÄDCHENS

(Quelle: ZDF/Stefan Erhard)
Hier auf ANSICHTSSACHE haben wir bereits auf den ZDF-Zweiteiler TOD EINES MÄDCHENS hingewiesen, der inhaltlich sehr an die britische Produktion BROADCHURCH erinnert.

In den USA wurde diese fortlaufend erzählende Serie um den Mord an einem kleinen Jungen in einem Küstenstädchen unter dem Namen GRACEPOINT ge-remaked, aber nach der ersten Staffel eingestellt. Hingegen ist im Heimatland die zweite, etwas schwächere aber immer noch sehenswerte BROADCHURCH-Season fast schon wieder vorbei.

DAS TOTE MÄDCHEN wiederum hat offiziell nichts mit alledem zu tun, gemäß Inhaltsangabe klingt das Projekt jedoch stark nach einem deutsche Pendant. Dieses jedoch nicht als Serie, sondern als Zweiteiler - der jetzt am kommenden Montag, den 9. Februar sowie am Mittwoch, den 11. Februar jeweils um 20.15 Uhr im Zweiten zu sehen sein wird.

Laut ZDF-Pressemitteilung:

"Thomas Berger inszenierte den Krimi mit prominenter Besetzung. Neben Heino Ferch, Barbara Auer, Anja Kling und Jörg Schüttauf spielen unter anderen Rainer Bock, Johann von Bülow, Hinnerk Schönemann, Peter Striebeck, Chris Veres und Gustav Peter Wöhler. Das Drehbuch stammt von Stefan Holtz und Florian Iwersen. 

Ein beschaulicher Ort an der Ostseeküste: Am Strand wird ein 14-jähriges Mädchen tot aufgefunden. Die ortsansässige Kommissarin Hella Christensen (Barbara Auer) erkennt die Tote sofort. Es handelt sich um Jenni, die Tochter ihrer Nachbarsfamilie. Hella ist sichtlich erschüttert, ist sie doch mit den Eltern des Opfers, Silke und Hauke Broder (Anja Kling, Jörg Schüttauf), eng befreundet. Doch ihr neuer Vorgesetzter, Kommissar Simon Kessler (Heino Ferch) aus Kiel, geht nüchtern an die Arbeit und übernimmt die Ermittlungen. Schnell stellt sich die Frage, ob der Täter ein Fremder ist, oder ob er sein Opfer kannte und aus dem Ort stammt. Freundschaften unter den Familien werden auf eine harte Probe gestellt und das Zusammenleben in seinen Grundfesten erschüttert."

Mehr zum Inhalt - der BROADCHURCH-ähnliche Figuren aufweist, bisweilen aber ihr Geschlecht wechselt - finden Sie HIER. Interviews und Hintergrundinfos gibt es HIER.

Ist TOD EINES MÄDCHENS bloßer BROADCHURCH-Abklatsch? Vielleicht. Aber gerade die Beobachtung der Aneignungsideen, Übersetzungsforden und der Einpassungen ins Zweiteilerformat machen es sicher wert, sich TOD EINES MÄDCHENS anzuschauen, gerade auch, wenn man das "Original" kennt und schätzt. 

zyw

(Anm.: In einer vorherigen Fassung wurde in diesem Beitrag noch der Titel - entsprechend der ZDF-Ankündigung im letzten Jahr - DAS TOTE MÄDCHEN angeführt. Das wurde jetzt korrigiert.) 

Montag, 15. Dezember 2014

Tipp: ALTERSGLÜHEN bei epd Medien

ALTERSGLÜHEN von Jan G. Schütte haben wir HIER schon vorgestellt - jetzt erinnert auch Torsten Körner in epd Medien an den "German-Mumblecore"-Impro-Fernsehfilm:

"'Altersglühen' ist deshalb ein eminent brauchbarer Film über den Augenblick hinaus, weil er die Redaktionen herausfordert, weil er die Gewerke provoziert, weil er Arbeitsabläufe verändert. [...] [D]as Fernsehen soll von Ideen wie diesen und Kreativen wie Jan Georg Schütte heimgesucht werden".

Den Beitrag finden Sie online HIER.






Freitag, 21. November 2014

ALTERSGLÜHEN - German Mumblecore aus Hamburg und im Fernsehen

Wenn am kommenden Freitag und Samstag in Frankfurt a. M und in Mainz eine große Veranstaltung zum Thema "German Mumblecore" stattfindet, versammeln sich vorwiegend Berliner auf dem Podium. Doch das freie Improspiel für und vor der Kamera ist natürlich nicht auf die Hauptstadt begrenzt. Schon im Buch ANSICHTSSACHE haben wir auch den Hamburger Jan Georg Schütte zu Wort kommen lassen, der neben seiner Theaterarbeit uns Filme wie SWINGER CLUB (2006) und DIE GLÜCKLICHEN (2008) bescherte.

Schütte präsentierte vor kurzem ein interessantes Stück, das nicht nur so empfehlenswert weil so gelungen ist, sondern weil es zeigt, dass und wie German Mumblecore auch ein wenig anders geht. ALTERSGLÜHEN - SPEED DATING FÜR SENIOREN lief am 12. November 2014 im Ersten und basiert auf Schüttes Hörspiel (!) bzw. dessen Idee: dreizehn Menschen zwischen Ende 60 und 80 Jahren mit unterschiedlicher Herkunft und Liebesbedürftigkeit, diversen Motiven und Temperamenten treffen sich in einer noblen Villa (gedreht wurde im Herrenhaus Höltigbaum in Hamburg-Rahlstedt), auf das Männlein und Weiblein sich für sieben Minuten beim Bäumchen-Wechsel-Dich-Reigen kennenlernen und vielleicht finden mögen.

Unter den gestandenen, namenhaften Schauspielern sind Senta Berger, Angela Winkler und Christine Schorn, Mario Adorf, Matthias Habich, Michael Gwisdek und Jochen Stern. Schütte selbst spielt den Veranstalter und Conférencier des Speed-Datings.

Es ist eine Wonne, diesen Schauspielern zuzuschauen, wie sie / ihre Figuren sich gegenüber sich selbst, ihrem Gegenüber und für die Kamera inszenieren - vor allem: dabei improvisieren. Natürlich gibt es einige Handlungsfäden und Vorabeinfälle, doch das Meiste entstand aus dem Moment bzw. der Rolle heraus. Man irritiert sich, es vibriert, es hakt, es ist von bestechener Augenblicksverhaftetheit, Authentizität, Im-Moment-Entscheiden, Zögern, von Verhalten, Verhaltensollen und Verhaltensrollen (durch die Hindurch immer wieder das hindurchschimmert, das verborgen werden soll): Reaktion und Gegenreaktion - sich einlassen, registrieren. Beste Schauspielerübung.

So wie es im Alltag überall beobachtbar ist, wo Menschen mit einander umgehen, besonders aber in solchen gesellschaftlichen Zweier-Beziehungsmomenten wie denen der reglementierten  Partnervermittlung - eine brilliante Wahlentscheidung Schüttes, die Sujet-Situation betreffend.

Es ist zugleich eine Lebendingkeit, wie sie in Filmen viel zu selten miterlebbar wird, vielleicht weil sie auch darin viel zu selten oder schwer einzufangen ist.

Evelyn Roll hat in der Süddeutschen Zeitung höchstens bedingt recht, wenn sie befindet: 
"Wer sich Altersglühen mit den handelsüblichen Erwartungen unserer Omas an deutsche Fernsehdrehbücher und an die Schauspielkunst unserer Besten anschaut, wird leiden, wird es langweilig finden, spannungslos und peinlich."

Genau auf den Punkt bringt sie es aber, wenn sie schreibt: "Wenn man aber mit der Akzeptanz des Konzepts den Film noch einmal sieht, geschieht etwas ganz Bemerkenswertes: Wie von verdorbenen Sehgewohnheiten befreit, sieht man plötzlich, wie mutig, bezaubernd und berührend es ist, dass dreizehn etablierte Stars mit der Verletzlichkeit ihrer Figuren auch die eigene Verletzlichkeit ausstellen." -- Allerdings kann einem das durchaus schon beim ersten Sehen aufgehen...

Und natürlich: "Fast unglaublich, dass öffentlich-rechtliche Sender so ein umstürzendes Werkstattexperiment möglich machen und zur besten Sendezeit zeigen.“

ALTERSGLÜHEN, im Auftrag der ARD von Riva Filmproduktion (schon bei Schüttes LEG IHN UM - EIN FAMILIENFEST dabei), NDR und WDR produziert, setzt sich denn auch in diversen Aspekten von vielen aktuellen Mumblecore-Filmen ab:

1.) Es ist ein von der "Vermarktung" her "normaler" TV-Film, kein Erlebnis-Werk, das fürs Kino und seine Erfahrung gedreht wurde. Und es ein Film, der wunderbar, heißt: auf erfrischende und erfrischend unspektakuläre Weise auch auf dem Fernsehschirm funktioniert (auch von den Zahlen her: Marktanteil von 16,2 %, also 5,7 Mio. Zuschauer). Wie er das auf der Leinwand sicherlich auch getan hätte. ALTERSGLÜHEN belegt: Mumblecore hat im deutschen Öffentlich-Rechtlichen (wie potenziell bei den Privaten) nicht nur eine Chance, sondern auch einen berechtigten Platz, und das, ohne als etwas Exzeptionelles daherkommen zu müssen.

2.) Statt meist junger Menschen, stehen hier Ältere im Mittelpunkt (was natürlich bestenfalls "vereinfacht" ist, man denke an Nico Sommers SILVI oder aktuell FAMILIENFIEBER, der beim FILMZ - Festival des deutschen Kinos nächste Woche im Wettbewerb läuft -- aber es geht hier ja auch um Skizzierung der Gegensätz en gros). ALTERGLÜHEN handelt denn auch weniger von Beziehungsproblemen oder dem Sichein- oder -zurechtfinden im/ins eigene Leben, sondern um die Probleme und Sehnsüchte gerade von Reiferen, die wissen, was sie sind, vorher sie kommen, wohin sie gehen (wollen), dabei sich aber trotzdem im Weg stehen. Oder gerade deswegen.

3.) Die Darsteller sind bei Schütte aber nicht nur damit automatisch älter als im Mumblecore-Durchschnitt, sondern auch überwiegend wohlbekannte, "klassische" Schauspieler. Das ist eine besondere Herausforderung nicht für diese, weil Improvisation nicht unbedingt deren (berufliches Alltags-)Ding ist, sondern auch für den Zuschauer, dem die Gesichter gut vertraut sind, der sie mit bestimmten Rollen oder Rollenmustern, auch Unterhaltungsqualitäten assoziiert, der aber hier, qua Augenblicksspiel, doch eine etwas andere Senta Berger erlebt, einen so noch ungesehenen Habich. (Unbenommen bleibt, dass manche(r) sich hier in der "Freiheit" des Moment-Agierens besser behauptet als der oder die eine andere, siehe auch Rolls zitierte Kritik). Schütte selbst ist auch Jahrgang 1962, damit älter als die meisten "Mumblecorer".  

4.) Anders als PAPA GOLD und KAPTN OSKAR (von Tom Lass), LOVESTEAKS und FRONTALWATTE (Jakob Lass), STAUB AUF UNSEREN HERZEN (Hanna Doose), DICKE MÄDCHEN von Axel Ranisch, FAMILIENFIEBER oder SILVIE von Nico Sommer findet die Handlung in ALTERSGLÜHEN nicht über mehrere Tage und oftmals Drehorte hinweg statt. Nahezu in "Echtzeit" und räumlich begrenzt ist es - ohne experimental zu wirken - eine von Schütte mit leichter Hand (oder bewusst eben nicht) gesteuerte Versuchsanordnung, die als solche nicht erscheint (und störend auffällt), weil sie von der "Story" und ihrer Idee her von sich aus schon eben eine solche gibt.

5.) Eng damit verknüpft ist: ALTERSGLÜHEN hat keine Haupt- oder Zentralfigur, es ist ein - auch dramaturgisch - weitestgehend hierarchieloser Ensemblefilm, gerade weil sich der Film auf  abwechselnd und sich in der Konstellation verändernde Zweiersituationen konzentriert. ALTERSGLÜHEN ist fast ein Kammerspiel, ein Bühnenstück, auch wenn man es ihm überhaupt nicht ansieht - und Schütte ohnehin einer, der mit relativ großen wiederkehrenden Kollegen-Ensemble dreht (darunter seine "Glücklichen": Stephan Schad, Pheline Rogan, Oliver Sauer, Susanne Wolff, Ole Schlosshauer).

6.) Last but not least - nein, ein Knüller: "Seit dem 13. November wird 'Altersglühen - Die Serie' in sechs Folgen im NDR Fernsehen ausgestrahlt. Dabei wird pro Folge eine Figur durch ihre Treffen begleitet". Mumblecore in (Fernseh-)Serie. Was Schütte bereits 2010 mit seiner dreiteiligen "Mini-Serie" Koffie to go allerdings vormachte. Und freilich wird's hier schon haarig; reduziert man Mumblecore aufs Improvisieren, auf das Ungeskriptete, könnte man auch allzu schnell Olli Dietrichs famosen Dittsche - Das wirklich wahre Leben (der jetzt in die 9. Staffel geht), irgendwann jedes Reality-Format mit einbeziehen. Was aber "German Mumblecore" genau ist, wo die Grenzen zumindest insofern zu ziehen sind als dass der Behelfsbegriff nicht gänzlich verwässert, selbst wenn man ihn auf das Fernsehen und andere Kanäle ("Mumblecore"-Webserie; macht das Sinn?) überträgt, klärt sich auf dem zweitiligen Symposium nächstes Wochenende (s.o.). Ganz gewiss. 

Jedenfalls und kurzum, ALTERSGLÜHEN demonstriert: "German Mumblecore" ist sehenswert, erfolgreich, vielseitig, kann es jedenfalls sein, dabei zugleich in verschiedener Weise "gesetzter", im positiven Sinne einfügsamer, potenziell vielseitiger und ggf. formaterweiternder als es der - wiewohl praktisch berechtigte und ja nicht unkluge - vorherrschende (und auch hier bei ANSICHTSSACHE gepflegte) Fokus auf ihn als Spielart des "jungen deutschen Kinos" erscheinen lässt.

"Mumblecore" ist Prime-Time-geeignet.



ALTERSGLÜHEN - SPEED DATING FÜR SENIOREN ist HIER noch in der ARD-Mediathek zu sehen. Es lohnt sich.

Ein Interview mit Schütte zu ALTERSGLÜHEN samt Statements der Schauspieler finden Sie HIER.
Einen aufschlussreichen Spiegel-Online-Bericht von den Dreharbeiten gibt es HIER.


Bernd Zywietz

TIPP: DIE FEIGHEIT DES LÖWEN - zweiter TATORT von Marvin Kren

Negahban (l.), Kren (m.), W.Möhring (r.), Bild: DasErste
Zur Filmz - Festival des deutschen Kinos-Vorführung von BLUTGLETSCHER (im Rahmen der FILMZ-Genre-Nacht) am 27.11. kann Marvin Kren leider nicht in Mainz sein. Dafür "schickt" er am Sonntag, den 30.11. (20.15 Uhr, ARD - DasErste) seinen zweiten TATORT - nach dem (auch ästhetisch) gelungenen Politthriller KALTSTART; erneut mit Wotan Wilke Möhring und Petra Schmidt-Schaller. Titel: DIE FEIGHEIT DES LÖWENS. Drehbuch: Friedich Ani. Nebendarsteller: "Homeland"-Terrorpate Abu Nazir alias Navid Negahban.
 

Mehr im Gespräch mit Marvin Kren: HIER.

Dienstag, 18. November 2014

Die lange Genre-Nacht bei FILMZ 2014


Am Donnerstag, dem 27.11.2014 findet im Mainzer „Capitol“ ab 20.00 Uhr eine „Horror“-Nacht bei FILMZ – Festival des deutschen Kinos in Mainz mit zwei Lang- und zwei Kurzspielfilmen (in zwei separaten Veranstaltungen) statt.


20.00 Uhr: DER SAMURAI (D 2014) von Till Kleinert:
Synapsensprengender Irrsinn“ (Oliver Kaever auf ZEIT ONLINE): Irgendwo im ostdeutschen Nirgendwo: Ein Wolf streift durch die Wälder – aber Dorfpolizist Jakob (Michel Dierks) hat andere Sorgen: Nicht nur, dass es sich nicht so recht bei den Kerlen im Ort durchsetzen kann, nun wird er auch noch als Postbote missbraucht. Ein längliches Packet liefert er ab – und findet als „Empfänger“ nicht nur ein leerstehendes, heruntergekommenes Haus, sondern darin auch einen merkwürdigen, verführerisch-irren Mann (Pit Bukowski) im Brautkleid. Der nimmt die Postsendung gerne in Empfang: ein Katana-Schwert, mit dem „der Samurai“ nun auf einen blutigen Streifzug durch die Gemeinde geht.

Uraufgeführt in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“ der diesjährigen Berlinale bietet DER SAMURAI einen (alb-) träumerischen Trip, der sich bis hinein in einen „halluzinogenen Veitstanz“ (Kaever) steigert, zugleich aber auch das hiesige Genre ganz spezifisch bereichert:    

Die Provinz, eine Frau allein im Auto, die Biker-Gang. Gerade das Mischen von Stanzen macht ja den Genrefilm aus. Aber wie Kleinert sie in Der Samurai in eine ganz spezifische Lebenswirklichkeit einbettet und verfremdet, das ist unerhört und macht seinen Film so aufregend. Er orientiert sich eben nicht an internationalen Produktionen, sondern findet seinen  eigenen Ton. Wer möchte, kann immerhin – sicher nicht stilistisch, aber doch thematisch – eine entfernte Verwandtschaft mit dem deutschen Expressionismus entdecken.“ (Kaever)

Offizielle Filmhomepage: www.samurai-film.de   


Als Vorfilm zu sehen ist der weniger blutig, aber auf ähnlich vergnüglich-verstörende, bizarr-psychologische FRÖSCHLI (D 2013, 15 Min.) von Marie Habermann, in dem ein Handwerker und Fetischist ein grünen Socke ein merkwürdiges Eigenleben verleiht (oder umgekehrt).

Filmwebsite: www.fröschlifilm.de


22.30 Uhr: BLUTGLETSCHER (A 2013) von Marvin Kren:
„Am Berg hört dich niemand schreien“: Auf einer Klimaforschungsstation in den Alpen geraten die Forscher ins Staunen als aus dem nahen schmelzenden Gletscher rote Flüssigkeit austritt. Das Gletscherblut hat ungeahnte genetische Auswirkungen auf die örtliche Tierwelt. Es bleibt am bärbeißigen Techniker Janek, die Station gegen diverse Mutanten zu verteidigen, während sich aus dem Tal eine Ministerin mit ihrem Trupp sich für einen Pressetermin zu ihnen aufmacht – dabei auch Janeks Ex-Freundin, die ihm einst das Herz brach.

Nach dem Zombie-Kammerspiel-Hit RAMMBOCK (zu sehen auf dem FILMZ 2010) präsentiert der horror- und thriller-bewährte, vielfach prämierte Regisseur Marvin Kren mit BLUTGLETSCHER nicht nur eine stimmungsvolle Hommage an Creature-Klassiker wie John Carpenters DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT: Nein, BLUTGLETSCHER, hierzulande verliehen durch Drop-Out Cinema, ist stimmiger No-Bullshit-Nervenkitzel mit wohldosierter trockener Ironie, viel Atmosphäre, eindrucksvollem Cast (Österreichischer Filmpreis für Gerhard Liebmann), aber auch ganz eigenem österreichischen Flair. Ein Glücksfall und Hoffnungsträger nicht nur fürs deutschsprachige Genre-Kino.

Website zum Film: www.blutgletscher.at
Unsere ANSICHTSSACHE-Kritik HIER.

Als Vorfilm dazu gibt es HAUT (D 2014, 14 Min.) von Christian Zipfel. Weniger blutrünstig als delikat schauerlich und bestechend schön in der wohltemperierten Inszenierung des Abgründigen, Verstörenden – in diesem Sinne auch: des Körperlichen –, handelt der Film von einer obsessiven Chirurgin in einem Krankenhaus mit einem ganz eigenen Faible für Titelgebendes.

(zyw)

Sonntag, 9. November 2014

TV crossmedial: "Dina Foxx" zum / im Zweiten.

Am 9. November wächst auch bei ZDFneo zusammen, was zusammengehört. Gemeint ist dabei nicht Ost- und Westdeutschland bzw. die Festivitäten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, sondern das Schleifen der Mediengrenzen: Das cross-mediale Projekt "Dina Foxx - Tödlicher Kontakt" findet nicht nur auf dem Fernsehbildschirm statt, sondern auch auf dem Tablett- und anderen Displays: Neben dem zweiteiligen TV-Film (9. u. 16.11.; je 19.30 Uhr) wird die Handlung im Netz fortgesetzt und ergänzt.

"[D]as ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil die Online-Elemente echten Mehrwert bieten. Schlecht, weil der reine TV-Film ohne die Begleitstücke im Netz somit nur bedingt funktioniert. Zu vieles bleibt rätselhaft, das Ende ganz und gar nebulös - und all jene Zuschauer unbefriedigt, die nicht selbst im Netz nach Aufklärung suchen", so urteilt Ann-Kathrin Nezik auf Spiegel-Online.

Ein allbekanntes wie fundamentales Problem transmedialen Erzählens. Schon das Vorgänger-Projekt "Wer rette Dina Foxx?" von 2011 u. entwickelt von ZDF, UFA-Lab und teamWorx, haderte mit dem Zerreissen des Erzählens: im ersten Teil geht es um einen Mord im Datenschutzbranchenmilieu, als dessen Täten die natürlich unschulidige Netzaktivistin Dina Foxx verdächtigt und inhaftiert wird. Ohne Auflösung endete das, brüskierte Zuschauergewohnheiten; die Handlungs verlegte sich ins Netz, auf Facebook und in die Realität von Geocaching-Aufgaben, ehe die Auflösung dann wieder im TV nachgereicht wurde.

Dina Foxx 2014 - Bild: ZDF/Florian Foest
Die zentrale Herausforderung war und blieb also insbesondere auch bei Teil 2, passives Fernsehen und (inter-)aktives Web-Erlebnis sowohl erzählerisch sinnvoll zu verknüpfen wie eigenrechtlich auseinanderzuhalten. Die unterschiedlichen Rezeptionsformate gleichwertig bedient unter einem Hut bringen: die Quadratur des Kreises. Ergebnis ist, so Nezik, dass sich "Dina Foxx - Tödlicher Kontakt" wieder stärker am Traditionellen (oder: Konservativen) orientiert: "Der zweiteilige Film liefert auch ohne Online-Erweiterungen eine abgeschlossene Handlung. Verstehen lässt sich die Geschichte aber nur vollständig, so das Versprechen, wenn man sich ins Netz begibt und dort zusätzliche Filmsequenzen schaut und in einem interaktiven Spielen nach Spuren sucht." Abgeschlossen, aber nicht vollständig verständlich.

Die Kritik an dem nicht stimmig Ineinander-Aufgehen von lean-forward- und lean-back-Unterhaltung ist freilich billig, weil sie weniger dem Projekt entspringt, sondern auf prinzipielle Convergence-Culture-Experimente und ihre Fragen und Probleme verweist - Fragen und Probleme, die auch in näherer Zukunft nicht befriedigend zu beantworten, geschweigen denn zu lösen sind.

Auch ein anderer Kritikpunkt, den Nezik vorbringt, ist dahingehend zu relativieren: "Bei aller erzählerischen Komplexität, die der Plot erfordert, ist die Geschichte doch voller Klischees. Profitgieriger Konzern gegen militante Umweltaktivisten - so etwas hat man schon in einem mittelmäßigen 'Tatort' gesehen."

Das mag einerseits so sein, und schon "Wer rettet Dina Foxx?" war bisweilen ganz schön abgedroschen. Doch auch das ist ein Vorwurf, der wieder auf den - freilich argumentativ konstruierten, da Zwischensformen von Nutzungprofilen ignorierenden - Dualismus "passive TV-Film-Schauen" hier, "interaktive Web- u. Alternate-Realty-Erfahrung" dort zurückführt.

Denn betrachtet man etwa populäre Computer-Spiele, trifft man auch dort sehr oft auf gut abgehangene Steroytype, sei es Sujet und Dramaturgie betreffend, sei es was Figuren, ihre Zeichnugen und Konstellationen anbelangt. Innovatives und Avanciertes (etwa hinsichtlich des Genres oder der Erzählung) wird zwar auch in der Games-Branche notiert und gewürdigt, hat aber einen anderen Stellenwert. Inhaltlich-erzählerische Alltbackenheit und Ödnis kann nämlich u.a. durch eine faszinierende Spielmechanik aufgewogen werden.

Entsprechend ist eine Story von der Stange (inklusive altbekanntem Rollenensemble darin) weniger als Manko der TV-Film-Unterhaltung zu gewichten, denn als eine Art Zugeständnis hinsichtlich des "gameplays", also der Crossmedialtät u. ihres Zuschauereinbezugs, an die vor allem weniger Web 2.0-Versierte, die man nicht zusätzlich durch eine innovative Story (über-)fordern will. Das kann man nun werten wie man will. Fakt ist aber, dass oftmals auf eine solche Weise Neues mit Altes einher- und zusammenging. Man erinnere sich nur an den Film TRON von 1982 mit seiner heute noch eindrucksvollen Computerwelt-Optik und zugleich fast mythisch simplen Handlung.   


Dina Foxx 2011 - Bild: ZDF/Florian Foest
Immerhin lobt auch Nezik auf SPON vor allem die Ausgestaltung der Figuren. Wobei einen Qualitätssprung gegenüber dem ersten Dina-Foxx-Projekt allein schon bedeutet, dass die Titelheldin nun nicht erneut von der enervierend bis fremdschämend forciert hipp auftretenden Jessica Richter als "Datagirl" gespielt wird, sondern von einer etwas herb-kantigeren Katharina Schlothauer. Die ZDF-Vorstellung, wie es in der Computerfach- und Webaktivistenwelt zugeht (und wie man darin aussieht und agiert), hat sich, wenigstens ein bisschen und zumindest in ästhetischer Hinsicht, gebessert (nämlich in die Schmuddel-Richtung "KDD - Kriminaldauerdienst").

Zumindest so gesehen ist "Dina Foxx - Tödlicher Kontakt" immer noch "zdf-ig" (-"neo" hin oder her), aber klar ein Fortschritt gegenüber "Wer rettet Dina Foxx?" von 2011.

Die offizielle Website zum neuen Dina-Foxx-Abenteur, in der Online-Content bereits freigeschaltet ist, finden Sie unter: dinafoxx.zdf.de

zyw

Sonntag, 14. September 2014

Tipp: TATORT von André Erkau am 28. September

André Erkau hatten wir in ANSICHTSSACHE zu Wort kommen lassen. Mit "Wahre Liebe", einem Fall für die Kölner Ermittler Schenk und Ballauf, präsentiert der Regisseur von SELBSTGESPRÄCHE, ARSCHKALT oder DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE nun seinen ersten TATORT. Zu sehen ist der Beitrag zu Deutschlands erfolgreichster Krimi-Reihe am Sonntag, den 28. September. Gesellschaftsthema als Fallhintergrund: Partnerbörsen im Internet.

Mehr Infos zum WDR-TATORT "Wahre Liebe" gibt es HIER.

Ein Interview mit Erkau dazu HIER.

Samstag, 26. Juli 2014

TIPP: DIE FRAU DES POLIZISTEN m. Regisseur Gröning im Frankfurter Filmmuseum

In der Reihe WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums im Frankfurt am Main einmal im Monat ein aktuelles Werk mit anschließendem Filmgespräch. Am So., 27.7. ist DIE FRAU DES POLIZISTEN zu sehen. Der kunstvoll-strenge Film zum Theme häusliche Gewallt gewann in Venedig 2013 den Großen Preis der Jury gewann.

Anwesend und für eine Gespräch mit Karsten Visarius von WAS TUT SICH-Kooperartionspartner epd Film parat stehen wird Regisseur Philip Gröning. Der Unabhängige sorgte schon 1992 mit der grotesken Satire DIE TERRORISTEN! für Aufsehen, wurde aber vor allem der mehrfach (u.a. in Sundance und mit dem Europäischen Filmpreis) prämierten Schweigekloster-Doku DIE GROSSE STILLE (2005) bekannt.

Beginn der Veranstung ist 19.30 Uhr. Mehr Infos HIER auf der Website des Filmmuseums.

zyw

Freitag, 27. Juni 2014

Uwe Boll mit RAMPAGE 2 und Filmgespräch in Mainz


Eigentlich ist es ein Heimspiel: Drehbuchautor-, Regie- und Produzentenrabauke Uwe Boll präsentiert persönlich am Fr., 25. Juli seinen neuen Husarenstreich RAMPAGE 2 – YOU END NOW, und zwar in Mainz.

Hier lebt der Meister des niederen Niveaus, der sich u.a. qua Kraut-Funding (sprich Stupid German Money) einen berüchtigten Namen in Sachen schlechten Kinos gemacht hat – und dafür von vielen (schon) wieder verehrt und gefeiert wird. Und egal, wie man zu den bislang rund 30 Boll-Werken steht, zu den kruden Fantasy- u. Horrorstreifen (SEED, DUNGEON SIEGE), den fanbrüskierenden Videospieladaptionen (FAR CRY, ALONE IN THE DARK) und den umstrittener Ernsthaftfilmen wie SIEGBURG, DARFUR und AUSSCHWITZ: eine gewisse rustikale Faszination ist dem ökonomisch effektiven Dr. Boll (promoviert in Literaturwissenschaft, Uni Siegen), der aus Kostengründen in Kanada filmt und sich auch mal große Namen wie Ben Kingsley für schnelles Geld bzw. einen Tag Drehzeit einkauft, nicht abzusprechen.

Neben der Fortsetzung seines Amoklauf-Streifens RAMPAGE von 2009 bietet das box-erfahrene Multitalent Boll am 25. im CAPITOL auch ein Filmgespräch zusammen mit Dr. habil. Andreas Rauscher von der hiesigen Mainzer Filmwissenschaft. Beginn ist 20.30 Uhr, der Eintritt kostet 7,50 €.

zyw 

P.S.: Laut Capitol-Website funktioniert RAMPAGE 2 auch ohne Kenntnis des ersten.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Eil-Tipp: AM HIMMEL DER TAG von Pola Beck im Ersten.

Jetzt schnell noch eine Alternative: Wer keine WM mag (z.B. weil er die FIFA böse und gemein findet oder weil sowieso klar ist, dass es 0:0 ausgeht), kann sich stattdessen im Ersten um 22.45 Uhr den vielfach ausgezeichneten Spielfilm von Pola Beck AM HIMMEL DER TAG (als "Filmdebüt im Ersten") ansehen. Mit der großartigen Aylin Tetzel. Und wer trotzdem lieber Kicker kuckt: in der Mediathek wird er wohl noch die nächsten 7 Tagen zu finden sein. Oder auf DVD. Keine Ausreden also!

Mehr zum Film HIER.


Mittwoch, 21. Mai 2014

Filme für FILMZ - Festival des deutschen Kinos gesucht

Seit 2001 gibt es das Mainzer FILMZ, das sich als Festival dem deutschen u. deutschsprachigen Kino widmet und sich längst zur festen Größe für den hiesigen Film etabliert hat.

FILMZ 2014 findet vom 25. bis 30. November statt, lange hin noch für das Publikum, aber hinter den Kulissen beginnt schon jetzt die Arbeit. Entsprechend hat jetzt die Filmeinreichungsphase begonnen: Bis zum 15. August werden Filme aller Formate, Genres und Stilrichtungen gesucht, fiktionale Kurz- und Langfilme sowie Mittellange Filme und Dokumentationen – experimentell wie narrativ, Realfilm wie Animation.

Die Einzelheiten zusammen mit dem Anmeldeformular finden Sie HIER.

Die Website von FILMZ - Festival des deutschen Kinos gibt es übrigens HIER.

zyw

Dienstag, 22. April 2014

TATORT "Kaltstart" von Marvin Kren

Der österreichische Regisseur Marvin Kren hat uns mit dem souveränen Zombie-Kleinod RAMMBOCK beglückt und dieses Jahr mit dem schnörkellosen, traditionssicheren Monster-Horror BLUTGLETSCHER. Von den kargen Alpen ist er nun an die Nordsee gewechselt und ins Krimifach: Am kommenden Sonntag, dem 27.4. ist sein TATORT "Kaltstart" (NDR) zu sehen, mit Wotan Wilke Möhring, Petra Schmidt-Schaller, Sebastian Schipper sowie in einer Gast- bzw. Nebenrolle Charaktergesicht André Hennicke.

W. W. Möhring in "Kaltstart" (Bild: DasErste)
Ein DasErste-Interview mit Marvin Kren, in dem er einen TATORT in Richtung Spionagethriller verspricht, mit dem Jade Weser Port als passender Kulisse sowie klarem Bekenntnis zum Genre (auch ästhetisch, mit Verweis auf Vorbildern wie Tony Scotts DER STAATSFEIND NR. 1), das gibt es HIER. Zitat daraus: "Als jemand, der vorher Horrorfilme gemacht hat, habe ich einen schmerzlosen Zugang zum Phantastischen und zur Sciene-fiction (...)"

Wir dürfen gespannt sein - und hoffen jetzt schon, ungeachtet des konkreten Ergebnisses - auf ein Mehr hinsichtlich solcher Haltung zum Genre-Film auf der großen Leinwand und dem kleinen TV-Schirm.

Einen trotz dümmlicher Off-Kommentierung sehenswerten Trailer zu "Kaltstart" finden Sie übrigens HIER.

zyw

Mittwoch, 19. März 2014

"FFA-info 2013" erschienen

Die Zahlen zum Kinojahr 2013 in Deutschland sind erschienen. Die Filmförderungsanstalt (FFA) stellt die Publikation FFA-info zur Verfügung, in der wieder ausführlich Übersichten in Sachen Kinobesuche und Kassenerfolge, hiesige und ausländische Filmangebote, aber auch Förderzahlen einzusehen sind und aufbereitet wurden.

FFA-info 2013 finden Sie zum Download (pdf) HIER.

Wer den schnellen Überblick bevorzugt, dem sei das digitale "Faltblatt" FFA-info Compact empfohlen. Auch dies finden Sie auf der FFA-Website, genauer gesagt: HIER.

Wir hier bei ANSICHTSSACHE werden uns die Zahlen genauer anschauen und demnächst hier berichten, was sich daraus ablesen lässt.

zyw